Abgedreht, verrückt und nichts für schwache Nerven
(M)ein Blogger-Dasein als Aussenseiter
Ich wollte eigentlich nicht auf den Zug aufspringen und zu diesem Thema einen Artikel schreiben, aber dieses ganze “Ich bin ein A Blogger und wenn du keiner bist dann geh mir aus der Sonne” geredet geht mir gewaltig gegen den Strich. Diese selbsternannten A oder B Blogger, sie predigen auf ihrer Seite und in den entsprechenden Artikeln, dass sie niemanden danach beurteilen, wieviele Leser oder Klicks sie pro Tag vorweisen können. Auge, würde ich dazu sagen. Dieses ganze Gerede über A, B oder C Blogger. In meinen Augen nur ein virtueller Schwanzvergleich. “Nach anderen Definitionen handelt es sich bereits bei Blogs mit mehr als 1000 Zugriffen pro Tag um A-Blogs.” Quelle Wikipedia. Super, meinen Glückwunsch. Gehöre ich nicht dazu und ich kann sehr gut damit leben.
Wozu schreibe ich dann diesen Artikel und jammer dennoch herum? Weil ich indirekt doch dazu gehöre will? Nein. Nicht mehr. Ich habe es versucht, aber dann gemerkte ich, das diese Art zu bloggen nicht meine Art ist und ich daran keinen Spass habe. Ich möchte einfach mal zeigen, wie man sich als Blogger fühlen kann, kann wohlgemerkt, wenn man keine 1000 Feedreader Abonnenten hat, oder mehrere hochwerte, geistreiche und super spannende Artikel pro Tag veröffentlicht.
Gleich vorweg: Hut ab vor den Leuten, die das professionell betreiben oder ihre Erfüllung darin sehen und Spass daran haben sich und ihre Gedanken und Themen auf so einem hohen und erfolgreichen Niveau zu präsentieren. Das war ehrlich gemeint und ohne ironischen Unterton oder Hintergedanken.
Ich habe einige Seiten in meinem RSS Reader, die alles darum geben würden um von mehr Leuten gelesen zu werden. Sie halten sich an jede schlaue Regel und jeden Hinweis von einem Alphatierchen und doch werden ihnen immer wieder Steine in den Weg gelegt.
Es gibt einige Seiten, die verfolge ich als stiller Mitleser. Speziell bei den Seiten, die der festen der Meinung sind zu den oberen 10.000 zu gehören, weil sie vier oder fünfstellige Besucherzahlen haben. Diese Blogger merken teilweise gar nicht, wie sie mit ihren Lesern umspringen, die keine 50, 100 oder 1000 Besucher oder hunderte von Leser vorweisen können.
Jeder fängt mal klein an und ist sehr oft auf die angewiesen, die es schon geschafft haben.
Wenn man sich mal deren Blogroll oder die Linklisten so mancher “A Blogger” anschaut, dann sieht man dort nur die Seiten, die ähnlich gestrickt sind. Die ähnlich viele Klicks oder Abonnenten haben. Man bleibt ja lieber unter seines gleichen. Dort werden größtenteils die Seiten verlinkt, von denen man weiss, die sind ähnlich gut besucht. Neuen oder kleinen Seiten mal eine Chance geben? Nö, wozu? Wie sieht das denn aus wenn man Blogs in seiner Liste hat, die nicht dazu gehören oder wenig gelesen werden?
Solche Seiten, wie mein Blog zum Beispiel, die werden von den Selbsternannten zum Teil nur arrogant belächelt. Weil wir (mit wir sind die Blogger gemeint, denen es ähnlich geht) kein Mainstream posten oder den dritten Meckerartikel in Folge veröffentlichen. Weil wir das schreiben, was uns wichtig ist und nicht das, was Andere für wichtig empfinden. Wenn wir viel Glück haben und immer brav unseren Teller leer essen, dann packen uns manche A Blogger sogar in ihren Feedreader. Manche lesen uns sogar jeden Tag. Aber würden sie auch einen Kommentar hinterlassen? Wahrscheinlich nicht. Wenn man nicht gerade Copy & Paste auf deren Seite gemacht hat und brav in deren Kommentarbereich fast stumm darum bettelt mal beachtet zu werden, dann wird einfach, ja fast automatisch, der Artikel als “gelesen” markiert und zum nächsten eigenen Artikel übergegangen. Ich hatte keine Zeit oder ich fand deinen Artikel nicht so interessant, wird dann argumentiert, wenn man den Personen mal die Pistole auf die Brust setzt. Mag zum Teil auch stimmen, aber wozu abonniere ich Seiten, wenn ich sie nur als gelesen markiere und von 100 Artikeln bei 2 aktiv dabei bin? Fällt einem ein Zacken aus der Krone, wenn man sich 5 Minuten hinsetzt und etwas dazu schreibt?
Dazu gehören ist die halbe Miete. Nur wie schafft man es in eine Blog Clique? Wie landet man in einem Blogroll oder wird auf andere Art und Weise mit einem Link oder Aufmerksamkeit bedacht? Schleimen? Arschkriechen oder doch auf den Mainstream Zug aufspringen? Manche knicken ein, verlassen und verlernen ihre eigenen Gedanken in Wort und Bilder zu packen und fangen an auf teilweise ekelhafte Art und Weise sich bei den A Bloggern anzubiedern. Sie kommentieren einfach alles und blasen der Person soviel Zucker in den Popo, das es schon Eimerweise aus den Ohren rieselt. Fast jeder Artikel wird vom Sinn her übernommen und alles wird brav verlinkt und kommentiert. Aber wird diese Schleimspur mit Erfolg gekrönt? Fehlanzeige.
Ich blogge weils mir Spass bringt. Ich will damit kein Geld verdienen oder mehr als 10 Std am Tag vorm Rechner sitzen, um ein oder zwei Artikel auszuarbeiten. Für mich gehört dieser Blog in den Bereich Hobby und wenn ich morgens auf meine Seite gehe und ein oder zwei Kommentare zu meinem geistigen Dunnpfiff lese, dann freue ich mich drüber. Das sind mehr Reaktionen, als ich erwartet hatte.
Alle predigen immer, wie sie doch alle mal klein angefangen haben und jetzt zu den B Bloggern aufgestiegen sind. Dabei fahren sie nur im Windschatten der etwas größeren und warten jeden Tag sehnsüchtig darauf, dass ihr Alphatierchen einen neuen Artikel online stellt, damit sie anschließend wie die Lemminge Copy & Paste drücken können. Selber denken? Fehlanzeige.
Damit sind nicht die Projekte oder Stöckchen gemeint. Viel eher die Seiten, die sich selber zu A oder B Bloggern ernannt haben und arrogant oder mit viel Spott und Hohn auf andere hinabblicken. Anstatt denen zu helfen, indem man einen Link in die Blogroll packt oder mal ein Kommentar hinterläßt, ohne das man vorher einen Artikel übernommen hat.
Wahrscheinlich flüchten gleich die vorhandenen Leser und löschen ihr Abo, weil die Olle mal wieder einen Jammer Artikel gepostet hat. Ich kann damit leben. Wenn ich nicht mehr schreiben kann was ich schreiben möchte, wenn ich ständig darüber nachdenken muss, ob ich mit meinem Artikel andere (indirekt) auf die Füsse trete, weil sie sich just in dem Moment angesprochen fühlen, dann … ja, dann bin ich froh, dass ich das eine oder andere Thema angesprochen habe. Wenn nur einer “der Großen” sein Verhalten überdenkt und mal über den Tellerand guckt, dann kann er einen von uns vielleicht ein Lächeln aufs Gesicht zaubern und den Tag zu etwas ganz besonderem machen.
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| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Halliway am 8. März 2010 um 16:49 veröffentlicht und unter Gedanken abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |








vor 5 Monaten
Arroganz und Spott sind nicht schön. Wie Du schon sagst jeder fängt mal klein an, ausser man hat eine Agnetur oder ähnliches im Rücken. Ich will auch hoch hinaus, allerdings seh ich mich nicht als A, B oder C Blogger ich seh mich sowieso eher als Nachrichten und Presseportal Betreiber anstelle Blogger. Blogger egal wie groß die sind haben doch in der Regel eins gemeinsam… Sie sind auch Leser anderer Blogs, also oft auch großer Blogs. Viele Kommentare auf Blogs kommen gerade auch von solchen Bloggern, ohne die wäre ein “Großer” Blog doch auch nur noch die Hälfte wert. Aber wie oft im Leben ist es eben auch hier, je größer und toller der Blog umso “größer” und “toller” fühlt sich auch der Mensch dahinter.
vor 5 Monaten
ich blogge privat bzw. für/mit meinen blogger-Freunden bei livejournal (das wahrschienlich auch müde belächelt wird, weils eigentlich gar kein “richtiges” Blog ist)…wahtever. ich fühl mich da wohl, mir macht es Spaß und wieviele Klicks ich bekomme interessiert mich nur sekundär…nee, eher tertiär. Solange meine “flist” (so heißen bei LJ eben die, die mein blog abboniert haben) mir ab und an einen Kommentar hinterlassen, reicht mir das. Ansonsten wusel ich quer durch andere Blogs diverser Blogger auf diversen Platformen und wenn mir was gefällt, schreib ich was dazu und wenn nicht, dann eben nicht (und es muss bei weitem nichts Intellektuelles sein, ich kommentiere auch bloße Bilder und Kochrezepte, wenn mir danach ist xD, ebenso wie Politikdiskussionen, Fanarts oder Anekdoten aus dem Alltag – einfach kreuz und quer). Ich seh das ganz locker, gibt wichtigeres im Leben, als die Klick-/Kommentaranzahl von Blogs.
vor 5 Monaten
Oh ja, DAS ist mir auch schon oft aufgefallen. Manchmal werden die Blog-Autoren förmlich vergöttert und man ist in JEDEM Artikel IMMER der absolut deckungsgleichen Meinung wie der Blog-Autor. Ohne Ausnahme! Sowas macht mich dann doch stutzig.
Besonders lustig wird es dann, wenn jemand wagt sich zu erdreisten, anderer Meinung zu sein: Sakrileg! Auf den virtuellen Scheiterhaufen mit dem Ketzer!
Allerdings muss ich der Fairness halber sagen, dass man dieses Phänomen auch in kleineren Blogs immer mal wieder beobachten kann.
vor 5 Monaten
@Markus: wie wahr, wie wahr
@Sascha: Meinste? Müsste ich doch glatt mal gezielt darauf achten *grins und zwinker*
@Kathy (paperwitch83): richtig. ich sehe das genauso. ich beteilige mich an themen, die mich interessieren und ansonsten wird halt still mitgelesen und gut ist.
Der Eintrag sollte auch mit einem kl. Augenzwinkern gesehen werden. Er ist sehr überspitzt geschrieben und mit einem leicht ironischem Unterton gezuckert *g*
vor 5 Monaten
Das Stöckchen gewerfe oder die anderen sinnfreien Projekte gehen mir als Leser schon gehörig auf die Nerven. Welche 100 Bücher, welche 100 Filme, meine Meinung zur Farbe blau…
Das ganze wird – in meinen Augen – doch nur gemacht um sich selbst darüber hinwegzutäuschen, dass man kaum in der Lage ist spannende und lesbare eigene Inhalte anzubieten. Stöckchenschlacht im Internet.
Soviel zu der C-Blogger Riege die nur einen Blog hat um dabei zu sein, mitzulaufen, mitzureden. Wenn es in jedem Haus einen Dönerladen gäbe wurde man das auch nicht beachten und warum sollen sich die 3 führenden Dönerläden dann für das interessieren was die 9.000 anderen Fleischbräter in der Stadt machen oder die 9.000.000 anderen Fleischverwerter in Deutschland.
Für mich als Leser sind somit weder die “C” Blogger interessant, noch die “A” Blogger, die oftmals Ihre Ideen auch nur aus der Tagespresse oder anderen Blogs zusammenklauben und es schlicht vergessen anzumerken wie viel geistige Eigenleistung da noch drinsteckt.
Wirklich gute Blogs müssen nicht groß, sondern mit Herzblut geschrieben sein. Die meisten Blogs sind jedoch nur ein Sammelsurium von unwichtigen Wochenrückblicken.
vor 5 Monaten
@Optimum: “Wirklich gute Blogs müssen nicht groß, sondern mit Herzblut geschrieben sein. Die meisten Blogs sind jedoch nur ein Sammelsurium von unwichtigen Wochenrückblicken.” richtig. dann schreibe ich lieber 10 tage nichts bevor ich alle 2-3 tage schreibe, dass ich eigentlich keine lust habe einen eintrag zu schreiben und es nur tue, damit ich einen blogeintrag vorzuweisen habe.
vor 5 Monaten
Ich hab kein einziges “A-Blog” abonniert, die die ich kenne, sind mir zu langweilig und unpersönlich. Ich lese Blogs, weil mich die Person, die dahinter stehen interessieren – und darum habe ich da auch kein Problem damit, die Antworten zu irgendwelchen Stöckchen oder Wochenrückblicke zu lesen.
vor 5 Monaten
Also diese “A-Blogger-Diskussionen” nerven mich langsam wirklich! :) Wir sind ALLE Blogger! Jeder macht das Gleiche – er schreibt in einem Blog. Ich bin ein Z-Blogger und ich stehe dazu! *lol*
vor 5 Monaten
@Tina: richtig. Wochenrückblicke ist ein gutes Stichwort. Sowas hatte ich für meine Seite auch überlegt. Mal gucken
@Steffi Amen. Dazu gibts nichts weiter zusagen
vor 5 Monaten
Du schreibst mir echt aus der Seele. Genau darüber hab ich mir in letzter Zeit auch Gedanken gemacht, ich hab sie nur noch nicht aufgeschrieben ;-)
Mir persönlich isses egal, ob A, C oder auch Z Blogger. Mir ist der Inhalt wichtig und dass ich den Blogger mag. Und nicht wie “beliebt” ein Blog ist!
vor 5 Monaten
Gut geschrieben! Es gibt immer wieder Leute, die sich anbiedern und Dinge tun, um ANDEREN zu gefallen. Das war schon zur Schulzeit so, als sich die Herde um die Alphamännchen- und weibchen scharrte…
Ich schreibe meinen Blog für MICH – und wenn eine handvoll Leute sich für mein Leben und meine Geschehnisse interessieren und einen netten Kommentar hinterlassen, freue ich mich sehr darüber! Und dazu gehört auch mein Wochenrückblick, der für Außenstehende vielleicht langweilig rüberkommt – aber ich weiß nach Wochen noch anhand der Stichpunkte, wie diese Zeit für mich war. Und wer mich (bzw. meinen Blog) peinlich, blöd oder langweilig findet soll einfach das Fenster schließen.
Ich finde es toll, mich durch die B- und C-Blogs zu klicken und nette Leute kennenzulernen!
vor 5 Monaten
Ich frag mich schon die ganze Zeit, wie es dazu kommt, dass dieses Thema grad so wichtig erscheint.
Ich blogge persönliches und nur ganz selten mal aktuelles. Liegt daran, dass ich lieber aus meiner Sicht schreibe, statt dauernd nach allem Möglichen recherchieren zu müssen. Ich kann damit leben, dass ich nur so ~50 Seiten-Aufrufe am Tag habe und bei manch guten Artikel auch vll mal 150.
Was kommentare angeht, warte ich natürlich schon, dass überhaupt mal wer seinen senf abgibt. Man bloggt ja eben nicht nur für sich (sonst könnte man ein normales tagebuch führen) und erwartet zumindestens eine kleine rückmeldung.
Ehrlich gesagt kommentiere ich fast nur in kleineren Blogs, weil ich mich da einfach besser aufgehoben fühle. Und ich kommentiere gern in blogs, bei denen ich eine antwort kriege. Ich finde sowas einfach wichtig.
Klar lese ich auch a-blogs (glaube ich) und wenn mir ein artikel passt, dann kommentiere ich auch, aber ich bevorzuge das lesen und kommentieren von b- und c-blogs, weil ich glaube, dass mein kommentar dort nicht vollkommen in der masse untergeht.
Ich les auch kommentare unter beiträgen von anderen blogs nur, wenn es nicht allzu viele sind ;-) muss ich zugeben.
Ich bin auch nicht auf der Jagd nach Backlinks, weil es mir eigentlich wurscht ist, wie viele leser ich habe. Aber ich bin neugierig, WER bei mir liest und warum. Mir geht es nicht um die Masse der Leser, sondern um die Klasse der Kommentatoren. Die, die mir die Daumen drücken, die, die mir ein freundliches Wort da lassen und die, die mir ihre Meinung schreiben, auch wenn diese von meiner abweicht, damit ich dann einen Denkanstoß bekomme.
Trotzdem freue ich mich, wenn ich bei jemandem in der Blogroll auftauche, weil das für mich eine kleine Auszeichnung ist, wenn jemand so gerne bei mir liest, dass es mich auch an andere empfiehlt.
vor 4 Monaten
Ich les zwar mehrere sogenannter A blogs, aber ob die lesen was ich mache ist mir ehrlich gesagt herzlich egal. ich schreibe über dinge die mich interessieren oder die mir passieren, und wem’s gefällt der darf gerne bleiben und seinen senf abgeben. wenn nicht, dann halt nicht. Ich könnte auch einfach so einen monat lang bilder meiner katze posten wenn mir danach wäre.
es gibt doch nix langweiligeres als die: der und der hat das und das geblogt, der ist ja soo ein held! geschichten.
aber jedem das seine. ich muss es ja nicht lesen.